
Ariaferma, der neue Film von Leonardo Di Costanzo, ab dem 8. Dezember 2022 im Kino
Ein altes Gefängnis aus dem 19. Jahrhundert, gelegen in einer unwegsamen und nicht näher bestimmten Gegend Italiens, wird stillgelegt. Wegen bürokratischer Probleme kommen die Verlegungen zum Stillstand, und ein Dutzend Häftlinge bleibt mit wenigen Aufsehern zurück, in Erwartung neuer Bestimmungsorte. In einer Atmosphäre des Schwebezustands lockern sich die Regeln der Trennung, und unter den verbliebenen Männern zeichnen sich neue Formen von Beziehungen ab.
Das Gefängnis von Mortana existiert in Wirklichkeit nicht: Es ist ein erfundener Ort, entstanden nach dem Besuch vieler Gefängnisse. Fast überall sind wir auf grosse Bereitschaft gestossen, zu sprechen und von sich zu erzählen; es kam vor, dass an den Begegnungen Aufseher, Leitung und einige Häftlinge gemeinsam teilnahmen. Dann entstand leicht eine seltsame Stimmung der Geselligkeit, man wetteiferte geradezu im Erzählen von Geschichten. Es wurde auch gelacht. Wenn das Beisammensein dann zu Ende war, kehrten alle in ihre Rollen zurück, und die Männer in Uniform brachten die anderen, die Häftlinge, mit den Schlüsseln in der Hand zurück in die Zellen. Angesichts dieser schroffen Rückkehr in die Wirklichkeit empfanden wir Aussenstehenden eine tiefe Verstörung. Und genau dieses Gefühl der Verstörung hat die Entstehung des Films geleitet: Ariaferma ist kein Film über die Zustände in den italienischen Gefängnissen. Es ist vielleicht ein Film über die Absurdität des Gefängnisses.

Besetzung:
Toni Servillo
Silvio Orlando
Fabrizio Ferracane